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Zauberfrau Uta

>> Teilnehmerin am Possibility Management  Lab<<
Interview mit Zauberfrau Uta (2016)

Ich bin mit vier Geschwistern aufgewachsen. Ich bin die Zweite. Ich bin in armen Verhältnissen, naja wir mussten immer sparen. Also, ich bin in Verhältnisses aufgewachsen, wo es wirklich darum ging, dass man das Geld zusammenhält. Ich bin im Schwäbischen aufgewachsen. Da spart man ja sowieso. Also es halt immer für keinen irgendwie mehr gereicht.

Viele Dinge, die ich gerne gemacht hätte, waren nie möglich, weil es einfach Kosten verursacht hätte für die Familie. Ich habe in meiner Kindheit immer schon gesagt: „Ich mache das anders.“

Ich möchte das anders. Ich möchte freier leben. Ich möchte Dinge machen können, die ich machen möchte. Die nicht von irgendwas bestimmt werden, weder von Geld noch von Zeit noch von anderen Einflüssen.

Ich habe dann einen sozialen Beruf gewählt, fand das ganz toll und bin Erzieherin geworden. Und habe gemerkt, dass es damit auch nicht möglich ist. Also das war auch schon wieder so ein Bereich, wo vieles von außen bestimmt war. Ja und dann habe ich geheiratet.

Mein Lebensplan war heiraten, Familie, Kinder. Der Mann versorgt die Familie. In meinem Leben gibt es so einen Spruch der heißt: „Je sorgfältiger man plant, desto härter trifft einen der Zufall.“ Und ich habe niemals damit gerechnet, dass ich mich scheiden lasse. Also meine Ehe ist gescheitert. Und ich war auf mich alleine gestellt. Dann habe ich wirklich gemerkt, was in unserem Umfeld möglich ist. Es gab keine Kinderbetreuung.

Es gab keine Berufe, keine Möglichkeiten für eine Frau mit zwei kleinen Kindern um die Familie zu ernähren und zu Hause zu bleiben bei den Kindern. Ich habe dann meine Fühler ausgestreckt. Ich habe damals gemerkt, dass ich jemand bin, der die Ärmel hochschiebt. Ich wollte kein Sozialfall werden. Ich wollte nicht vom Staat abhängig sein.

Und bin dann in die Selbstständigkeit gegangen und habe von zu Hause gearbeitet. Habe mir angefangen ein Geschäft aufzubauen von zu Hause. Da habe ich freiere Möglichkeiten. Und über die Entwicklung, weil man da natürlich auch an seine Grenzen kommt, so eigener Chef sein, habe ich angefangen, Seminare zu besuchen.

Mir hilft diese Arbeit in meinem Frausein, sage ich mal, raus aus diesem Patriachat in dem ich aufgewachsen bin. Wo es überhaupt nicht mehr klar ist, wo steht ein Mann, wo steht eine Frau? Wer hat welche Rolle? Wer hat welche Aufgaben? Da hilft mir das ungemein.

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Das war mein Start für das Possibility Management, da habe ich das Buch gelesen „Wahre Liebe im Alltag“. Oder eigentlich nur die Einleitung, die erste Seite. Und das war mein Schlüssel. Da steht auf der ersten Seite meine ganze Sehnsucht beschrieben. Dieses, dass in einer Kultur, die echt ist, ein Mann oder die Männer Raum halten für die Frauen. Und dass die Frauen dann in Hingabe leben können, in diesem gehaltenen Raum. Und dass es ohne nicht geht. Das hat mich so tief berührt. Ich habe in dem Moment genau gewusst, dass ist das wonach ich suche, seit ich auf dieser Welt bin.

Und es ist einfach ein Unterschied, ob da Männer sind, die an sich arbeiten. Die ihre Geschichten aufräumen, die Sicherheit schaffen, die einfach plötzlich anfangen zu bemerken, was es heißt, immer aus-zu-büchsen, immer weg zu gehen. Ich meine nicht einmal körperlich. Wirklich weg gehen. Durch Blicke weg gehen, körperlich aus dem Raum gehen, ohne Vorankündigung, sich einfach verpissen, sage ich mal. Ich mache das auch und es gibt bei mir viele Teile.

Das war bei mir auch so ein Moment, zu merken, dass ich mich überhaupt schon verpisst habe aus meiner Kindheit raus. Weil ich meine Eltern erlebt habe und mir damals gesagt habe, so wie meine Eltern möchte ich keine Partnerschaft leben. Und deswegen habe ich mich zurückgezogen.

Und wenn man wieder reinkommt und wirklich diesen Platz einnehmen kann, dann ist es möglich, dass ich jemandem begegnen kann als Frau. Das ich weiß, wo gehören meine Teile alle hin. Also bei mir und nicht irgendwo anders. Also meine Aufmerksamkeit liegt bei mir. Und ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken kann, dass es verstanden wird aber bei mir, für mich gibt das wirklich Halt. Und Halt ohne Kontrolle.

Das hat nichts mit Kontrolle zu tun. Das ist in Wirklichkeit ein Halt, ein Rahmen indem man sich bewegen, entfalten, leben kann, leicht sein kann, tanzen kann, springen kann, lebendig sein kann, sich fühlen kann mit allem, was da ist.

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